Kfz-Gewerbe Bayern: Mittelständische Betriebe brauchen dauerhafte Entlastungen

[06.07.2023] München. In der aktuellen Diskussion um Industriestrom und Vorschriften zur Energieeffizienz verliert die Politik zunehmend die grundsätzlichen Bedürfnisse des Mittelstands aus den Augen. Darauf weist das Kraftfahrzeuggewerbe Bayern mit seinen sieben Kfz-Innungen hin. „In Berlin wird ausführlich über Industriestrompreise und Heizungsverbote gestritten. Unsere rund 7.000 Kfz-Innungsbetriebe allein in Bayern brauchen aber keine neuen Vorschriften, wir brauchen dauerhafte Vereinfachungen. Für den Mittelstand haben weniger Bürokratie und weniger Steuerbelastung absolute Priorität, um solide wirtschaften zu können“, sagte Albert Vetterl, Präsident und Landesinnungsmeister des Kraftfahrzeuggewerbes Bayern.

Als Beispiel nannte Präsident Vetterl die Erbschaftssteuer, bei der seit 15 Jahren die Freibeträge nicht mehr angepasst worden seien. Auch die Hürden zur Bildung von Eigenkapital beispielsweise bei Unternehmensneugründungen seien wegen geringer steuerlicher Freibeträge weiterhin hoch. „Die Steuergesetzgebung lähmt viele kleine und mittelständische Betriebe. Das belastet das Tagesgeschäft und erschwert sowohl Existenzgründungen als auch Betriebsübergaben“, sagte Präsident Vetterl.

Im Bereich der Bürokratie kämen Aufbewahrungsfristen von bis zu zehn Jahren etwa bei Buchungsbelegen sowie umfangreiche Dokumentationspflichten als Hemmnisse hinzu. Gleichzeitig habe der Bund beispielsweise für die digitale Fahrzeugzulassung, deren vierte Stufe diesen September in Kraft treten und damit endlich auch Unternehmen (und nicht mehr nur natürlichen Personen) den Zugang zu diesem Service bieten soll, rund zehn Jahre Zeit benötigt. „Von unseren rund 140.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Auszubildenden wird erwartet, dass sie sich flexibel auf die Herausforderungen der Mobilitätswende einstellen und zum Gelingen dieser Transformation beitragen. Gleichzeitig lähmt uns der Staat durch Steuern und Bürokratie. Das passt nicht zusammen“, sagte Präsident Vetterl.

Letzte Änderung: 23.09.2025Webcode: 0136555