Digitale Sicherheit ist Grundlage für Vertrauen in moderne Mobilität

[05.02.2026] 

München. Digitale Mobilität ist heute sensibler denn je. Elektrofahrzeuge sind längst keine reinen Fortbewegungsmittel mehr, sondern dauerhaft vernetzte IT-Systeme mit umfassender Sensorik. Sie erfassen Bewegungsdaten, Kamerainformationen und zahlreiche technische Parameter in Echtzeit. Damit rücken Fragen von Sicherheit, Transparenz und Kontrolle zwangsläufig in den Mittelpunkt.

Je stärker Fahrzeuge in digitale Infrastrukturen eingebunden sind, desto größer wird die Verantwortung für wirksame Schutzmechanismen. Unbefugte Zugriffe oder unkontrollierte Datenflüsse können das Vertrauen von Verbraucherinnen und Verbrauchern unmittelbar gefährden und machen deutlich, wie entscheidend verlässliche technische und rechtliche Rahmenbedingungen sind. Aus Sicht des bayerischen Kraftfahrzeuggewerbes braucht es daher klare und verbindliche europäische Sicherheitsstandards, die für alle Hersteller gleichermaßen gelten, unabhängig vom Herkunftsland.

Sicherheit betrifft dabei nicht nur die Integrität und Widerstandsfähigkeit digitaler Fahrzeugsysteme, sondern auch die rechtskonforme Verarbeitung und Nutzung der im Fahrzeug erzeugten Daten. Gerade bei Fahrzeugen, deren Systeme durch Hersteller oder Plattformbetreiber zentral gesteuert und ausgewertet werden, braucht es klare gesetzliche Vorgaben, wie Bild-, Umgebungs- und Sensordaten gespeichert, verarbeitet und im Falle von Unfällen oder technischen Zwischenfällen ausgewertet werden dürfen. Solche Daten können für die Aufklärung von Sachverhalten von erheblicher Bedeutung sein. Gleichzeitig müssen Persönlichkeitsrechte konsequent gewahrt bleiben. Rechtssicherheit und Transparenz sind hier entscheidend.

Daraus ergibt sich eine zentrale Frage: Wer erhält unter welchen Voraussetzungen Zugang zu fahrzeuggenerierten Daten? Hersteller steuern die Datenströme ihrer Fahrzeuge vielfach zentral und bestimmen damit faktisch die Zugangsbedingungen. Für das Kfz-Gewerbe ist klar, dass ein diskriminierungsfreier und wettbewerbsneutraler Datenzugang notwendig ist, um fairen Wettbewerb und freie Werkstattwahl dauerhaft zu sichern.

„Unsere rund 7.000 bayerischen Innungsbetriebe sorgen jeden Tag dafür, dass Mobilität im Freistaat zuverlässig funktioniert und tragen damit gerade jetzt, wo Fahrzeuge immer stärker digital vernetzt sind, eine große Verantwortung. Für uns geht es dabei nicht um abstrakte Technikdebatten, sondern um ganz konkrete Praxis in der Werkstatt. Wir müssen auch künftig in der Lage sein, diese Fahrzeuge sicher und fachgerecht zu warten und zu reparieren. Das gelingt nur mit einem uneingeschränkten und diskriminierungsfreien Zugang zu fahrzeuggenerierten Daten“, so Präsident und Landesinnungsmeister des Kraftfahrzeuggewerbe Bayern Günter Friedl.

„Wenn digitale Systeme angreifbar sind oder Daten unkontrolliert abfließen, steht das Vertrauen der Menschen in moderne Mobilität auf dem Spiel. Datensicherheit heißt für uns deshalb nicht Abschottung, sondern klare, verlässliche und faire Regeln für alle. Nur so sichern wir die freie Werkstattwahl und stärken dauerhaft das Vertrauen in moderne Mobilität“, so Friedl weiter.

Das Kfz-Gewerbe Bayern wird diese Themen im Rahmen eines Gesprächs mit dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz im März vertiefen. Dabei geht es um klare Rahmenbedingungen für Datensicherheit, fairen Wettbewerb und technologische Souveränität. Auch Förderprogramme für Elektromobilität sollten strategisch so ausgestaltet sein, dass sie europäische Wertschöpfung und Innovationskraft stärken und langfristige Abhängigkeiten vermeiden. Elektromobilität kann ihr Potenzial nur dann entfalten, wenn Sicherheit und faire Wettbewerbsbedingungen dauerhaft gewährleistet sind.

Letzte Änderung: 05.02.2026Webcode: 0136604