Geplante E-Auto-Prämie darf nicht zur Absatzbremse werden
[20.01.2026]
Das neue Förderprogramm für Elektroautos ist beschlossen und setzt grundsätzlich ein positives Signal für Verbraucher und Markt. Mit einer sozial gestaffelten Prämie und einem klar definierten Förderrahmen sollen Fahrzeugkäufe unterstützt und der Umstieg auf neue Antriebstechnologien erleichtert werden. Für den Erfolg der Prämie ist jedoch entscheidend, wie klar, verlässlich und vor allem zeitnah der Zugang zur Förderung ausgestaltet ist. Der späte Start des Antragsportals ist aus Sicht des bayerischen Kraftfahrzeuggewerbes mit Risiken für den Fahrzeugmarkt verbunden.
Nach den derzeit bekannten Planungen soll das Online-Portal zur Beantragung der Förderung erst ab dem 1. Mai 2026 zur Verfügung stehen. Auch bei einer rückwirkenden Fördermöglichkeit ab dem 1. Januar 2026 führt diese zeitliche Lücke zwangsläufig zu Kaufzurückhaltung. Viele Kundinnen und Kunden werden ihre Entscheidungen bewusst verschieben, bis Antragstellung und Auszahlung möglich sind. Für die Betriebe sind damit absehbare Verschiebungen im Markt verbunden, die eine Phase erhöhter Unsicherheit nach sich ziehen.
„Unsere Betriebe brauchen klare und verlässliche Rahmenbedingungen, keine langen Übergangsphasen mit offenen Fragen“, betont Günter Friedl, Präsident und Landesinnungsmeister des Kraftfahrzeuggewerbes Bayern. „Ein Förderprogramm, das erst Monate später beantragt werden kann, bremst Kaufentscheidungen und verunsichert Kunden wie Händler gleichermaßen.“
Gerade in Bayern mit rund 7.000 mittelständischen Betrieben und etwa 140.000 Beschäftigten im Kfz-Gewerbe ist Planungssicherheit unerlässlich. Die Betriebe im bayerischen Kfz-Gewerbe investieren kontinuierlich in neue Antriebstechnologien, Ladeinfrastruktur und die Qualifizierung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese Vorleistungen erfordern politische Rahmenbedingungen, die Orientierung und Verlässlichkeit bieten – nicht neue Fragezeichen im Markt.
„Aus unserer Sicht ist es dringend notwendig, den Start des Förderportals vorzuziehen oder zumindest praktikable Übergangslösungen zu schaffen“, so Günter Friedl weiter. „Bereits getroffene Kaufentscheidungen dürfen nicht über Monate aufgeschoben werden. Notwendig sind daher unbürokratische Zwischenregelungen, die bereits vor dem offiziellen Portalstart für Klarheit und Vertrauen sorgen.“






